Vorteile & Nachteile der Privaten Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung ist im deutschen Gesundheitssystem das große Gegenstück zur gesetzlichen Krankenversicherung. Während immer neue und immer mehr Gesundheitsreformen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung schmälern und gleichzeitig die Beiträge für diesen immer geringer werdenden Schutz immer höher werden, besticht die Private Krankenversicherung durch sehr gute Leistungen.

Damit sind wir auch schon beim ersten großen Vorteil der PKV, dem Leistungsumfang, der nicht an der Gesundheit spart.
Bevorzugte Terminvergabe für Privatpatienten,
statt voller Wartezimmer
Bei der gesetzlichen Krankenversicherung wird immer mehr von den sogenannten Regelleistungen gesprochen. Darunter hat man die Leistungen zu verstehen, die von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden. Aufgrund immer größerer finanzieller Probleme der gesetzlichen Krankenkassen, werden diese Regelleistungen durch die Gesundheitsreformen immer weiter so eingeschränkt, dass nur noch die Behandlungsmethoden bezahlt werden, bei denen die Krankenkasse der Meinung ist, dass sie ausreichen, um den Gesundheitszustand des Patienten so gerade eben aufrecht zu erhalten.

Gerade im Bereich der Zahnbehandlung und Zahnersatz wird das besonders deutlich. Material und Behandlung wird nur soweit erstattet, wie es zur Instandhaltung und Funktionserhaltung notwendig ist. Ob es dann wirklich hält und man nicht in einem Jahr wieder zum Arzt muss, spielt dann keine Rolle.
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Die Absicherung bei der privaten Krankenversicherung sieht da viel besser aus, da sie auch umfangreichere Behandlungen abdeckt und auch über die gesetzlich festgelegten Regelleistungen hinaus bezahlt. Wem seine Gesundheit also etwas wert ist und wer darauf bedacht ist, nicht nur so gerade eben, sondern vernünftig und auch langfristig bestens versorgt zu sein, liegt mit einer PKV auf der richtigen Seite.
Ein weiterer Vorteil der Privaten Krankenversicherung ist die Selbstbestimmung, was den Leistungsumfang angeht. Die GKV hat einen festen Leistungskatalog, den man dann einfach hat und bezahlen darf. Bei der PKV wählt man sich seinen Leistungsumfang selber und zwar so, wie man ihn für notwendig hält und bezahlt auch nur die Leistung, die man sich absichern möchte.

Chefarzt-Behandlung für Privatversicherte
Die private Krankenversicherung teilt sich dabei in verschiedene Bereiche. Zum einen ist da der ambulante Bereich, der die Behandlung und Untersuchungen beim normalen Arzt übernimmt sowie die Kosten für Arznei-, Hilfs- und Heilmittel.
Zum anderen gibt es die stationäre Komponente, die es einem ermöglicht, neben der normalen Behandlung im Krankenhaus auch die Behandlung durch den Chefarzt in Anspruch nehmen zu können. Zudem kann man sich die Unterbringung in einem Ein- oder Mehrbettzimmer zusichern lassen, wenn man keinen großen Wert darauf legt, sich ein Zimmer mit fünf anderen Patienten teilen zu müssen.

Für eventuelle Zuzahlungen oder Verdienstausfälle kann man ein Krankenhaustagegeld abschließen, das einem für jeden Tag im Krankenhaus eine festgelegten Betrag zahlt, um eben solche entstehenden Kosten decken zu können.

Eben schon angesprochen ist der Bereich rund um die Zähne ein sehr wichtiger Teil der privaten Krankenversicherung. Auch hier kann man innerhalb dieser Kategorie noch wählen, wie hoch die Absicherung genau sein soll und hat somit eine völlig freie Wahlmöglichkeit, wie der Versicherungsschutz aussehen soll. Nur Zahnbehandlung oder auch Zahnersatz? Wenn Zahnersatz, dann nur Implantate oder auch Inlays? Wie sieht es mit Goldfüllungen aus und den Kosten für die regelmäßigen Zahnreinigungen?

Die flexible Leistungswahl bringt einen weiteren Vorteil mit sich, nämlich die Berechnung des monatlichen Beitrags. Während die gesetzliche Krankenversicherung sich ganz allein am Einkommen des Versicherten orientiert, spielt der Verdienst bei der PKV keine Rolle. Hier setzt sich der Preis aus dem gewählten Leistungsumfang zusammen. Man bezahlt also nur das, was man auch wirklich möchte. Dazu spielt noch das Alter bei Vertragsbeginn sowie der gesundheitliche Zustand und eventuelle Vorerkrankungen eine Rolle.
Je jünger man also in eine private Krankenversicherung eintritt und je gesünder man zu diesem Zeitpunkt ist, desto weniger muss man für einen Versicherungsschutz bezahlen. Man sollte also möglichst früh die Entscheidung für die private Krankenversicherung treffen, egal ob es eine Voll- oder eine Zusatzversicherung sein soll.
Ein weiterer Vorteil in diesem Zusammenhang ist wieder der flexible Leistungskatalog, der es einem dann ermöglicht, beispielsweise im Alter das Krankentagegeld zu streichen, weil man ja auch nicht mehr arbeitet und somit den Beitrag senken kann.
Einen geringeren Beitrag kann man ebenfalls erreichen, indem man seine Selbstbeteiligung erhöht, was bedeutet, dass man dann gewisse Behandlungen bis zum vereinbarten Betrag erst selber zahlen muss, bevor dann die PKV die Erstattung übernimmt.

Die Nachteile der PKV sind gering und schnell erfasst. Zum einen gibt es nicht die kostenfreie Familienversicherung für Familienmitglieder, was je nach Anzahl an Kindern gravierend sein kann. Andererseits sollte man auch bei Kindern auf eine optimale gesundheitliche Absicherung Wert legen. Der größte Nachteil der privaten Krankenversicherung ist der, dass nicht jeder einfach so dort versichern kann. Man muss entweder selbständig sein oder eine Einkommensgrenze von 48.150 Euro drei Jahre infolge überschritten haben, um seine gesetzliche durch die private Krankenversicherung komplett ersetzen zu können.

Ein Trost für die, die das nicht können ist die Tatsache, dass es auch private Zusatzversicherungen gibt, durch die man die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung enorm steigern und verbessern kann und so eine ähnlich gute Absicherung erhält wie bei einer privaten Vollversicherung.

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Private Krankenversicherung (PKV)